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Shopify SEO

Shopify Collection Pages für SEO optimieren [2026]

Claudio Gerlich··13 min

Die meisten Shops konzentrieren sich auf Produktseiten. Das ist ein Fehler.

Collection Pages (Kategorienseiten) sind SEO-Gold.

Warum? Weil sie:

  • Hohes Suchvolumen haben ("rucksäcke", "wanderschuhe")
  • Breite, kaufbereite Zielgruppen anziehen
  • Der perfekte Ort sind, um Kunden zu informieren und dann zu Produkten zu leiten
  • Mit weniger Konkurrenz ranken als einzelne Produktseiten

Bei smplx. haben wir gesehen, dass eine gut optimierte Collection-Seite oft 2-3x mehr Traffic bringt als eine Produktseite – und das mit weniger Aufwand.

In diesem Guide zeigen wir dir, wie du Collection Pages für maximale Sichtbarkeit optimierst.

Warum Collection Pages so wichtig für SEO sind

Stell dir vor, du suchst "60L Rucksack kaufen". Du findest drei Ergebnisse:

  1. Rucksack A – einzelne Produktseite
  2. Rucksack B – einzelne Produktseite
  3. Ein Shop mit 20+ Rucksäcken in einer gut strukturierten Category Page

Welche klickst du? Wahrscheinlich #3. Du siehst mehr Optionen, kannst vergleichen und hast eine bessere User Experience.

Das ist der Grund: Google bevorzugt Collection Pages, weil sie Nutzern einen besseren Überblick geben.

Zusätzlich:

  • Collection Pages ranken oft auf breitere Keywords (100-10.000 Suchvolumen)
  • Sie sind weniger kompetitiv als einzelne Produktseiten
  • Sie bieten Gelegenheit für Backlinks ("Top 10 Rucksäcke 2026")
  • Sie sind ein interner Link-Hub – viele interne Links kommen von Collection Pages zu Produktseiten

1. Unique Collection Descriptions schreiben

Der größte Fehler: Leere oder generische Collection-Beschreibungen.

Schlechte Description:

Rucksäcke

Hier findest du Rucksäcke für deine Abenteuer.

Gute Description:

Rucksäcke für Outdoor & Wandering

Ob Tageswanderung oder mehrtägige Trekkingabenteuer – unsere Outdoor-Rucksäcke
sind für jede Expedition ausgestattet. Alle Modelle bieten:

• Wasserdichte Materialien für Schutz bei Regen
• Ergonomische Designs für ganztägigen Komfort
• 50-70L Kapazität für längere Touren
• Leicht und robust – maximal 2kg Eigengewicht

Wähle deine Größe und dein Abenteuer wartet!

Struktur einer guten Collection Description:

[Kategorie + Primäres Keyword in H1]

[Einleitung: Für wen? Welches Problem lösen die Produkte?]
- Max. 2-3 Sätze

[Kernmerkmale als Bullet Points]
- 4-6 Punkte mit Keywords

[Call-to-Action oder Hinweis]
- "Jetzt entdecken" oder "Filtern nach..."

Best Practices:

  • Länge: 200-400 Wörter (länger = besser)
  • Primäres Keyword in den ersten 100 Zeichen
  • Fokus auf Nutzen: Was haben die Produkte gemeinsam? Welches Problem lösen sie?
  • Verwende Formate: Bullet Points, Absätze, Listen für Leserlichkeit
  • Sei spezifisch: "Rucksäcke für Damen" statt "Rucksäcke"

Template für Collection Descriptions:

[Produktkategorie] für [Zielgruppe/Use-Case]

[Intro: Wie helfen diese Produkte deinem Leben?]

Unsere [Kategorie] bieten:
• [Feature 1 mit Keyword]
• [Feature 2 mit Keyword]
• [Feature 3 mit Keyword]
• [Feature 4]

[Zusätzlicher Kontext oder Tipps]

[Verwandter Content Link oder Filter-Hinweis]

Beispiel:

Wanderschuhe für Herren – Komfort & Sicherheit auf jedem Trail

Wanderschuhe sind mehr als nur Schuhe – sie sind die Grundlage deines Outdoor-Abenteuers.
Unsere Sammlung bietet Modelle für jeden Trail und jede Wetterlage.

Worauf solltest du achten?
• Wasserdichte Materialien für nasse Bedingungen
• Knöchelstütze für sicheren Halt auf unebenem Gelände
• Rutschfeste Sohlen mit aggressivem Profil
• Leichte Konstruktion für lange Wanderungen

Egal ob du Anfänger oder erfahrener Wanderer bist – hier findest du die passenden Schuhe.
Sortiere nach Größe oder Terrain und entdecke dein nächstes Abenteuer!

2. Sub-Collections richtig strukturieren

Sub-Collections sind Collections innerhalb von Collections. Sie sind eine mächtige SEO-Strategie.

Beispiel Struktur:

/collections/rucksacke (Hauptkategorie)
  ├── /collections/rucksacke-damen (Sub-Collection)
  ├── /collections/rucksacke-herren (Sub-Collection)
  ├── /collections/rucksacke-trekking (Sub-Collection – nach Use-Case)
  ├── /collections/rucksacke-30l (Sub-Collection – nach Größe)
  └── /collections/rucksacke-wasserdicht (Sub-Collection – nach Feature)

Warum ist das wichtig?

  1. Keyword-Abdeckung: Du rankst für breitere UND spezifischere Keywords

    • Hauptkategorie: "rucksack" (10.000 Suchen)
    • Sub-Collection: "rucksack herren" (3.000 Suchen)
    • Sub-Collection: "rucksack trekking 60l" (500 Suchen)
  2. User Experience: Nutzer können schneller das finden, was sie suchen

  3. Interne Linkstruktur: Sie schaffst eine logische Hirarchie, die Google folgt

Sub-Collections in Shopify einrichten

In Shopify machst du das mit Automated Collections oder Smart Collections:

  1. Gehe zu Products > Collections
  2. Erstelle "Rucksacke – Damen"
  3. Setze einen "Condition": Tag is contains "damen" oder Product title contains "damen"
  4. Speichern

Das ist ein Filter-Ansatz. Bessere Alternative: Meta-Felder.

Meta-Felder für präzisere Sub-Collections

Mit Liquid-Code kannst du Sub-Collections von Haupt-Collections verlinken:

<section class="collection-links">
  <h2>Rucksäcke nach Kategorie</h2>
  <ul>
    <li><a href="/collections/rucksacke-damen">Rucksäcke für Damen</a></li>
    <li><a href="/collections/rucksacke-herren">Rucksäcke für Herren</a></li>
    <li><a href="/collections/rucksacke-trekking">Trekking Rucksäcke 50-70L</a></li>
    <li><a href="/collections/rucksacke-daypack">Day Packs 20-30L</a></li>
  </ul>
</section>

3. Filter-URLs und Crawlability richtig handlen

Das ist ein technisches, aber kritisches SEO-Problem bei Collection Pages.

Wenn ein Nutzer nach "Rucksäcken in Rot" filtert, entsteht eine URL wie:

/collections/rucksacke?color=red&size=60l&price=100-300

Google sieht diese URL. Das Problem: Es könnten unendlich viele URL-Varianten geben:

  • /collections/rucksacke?color=red&size=60l
  • /collections/rucksacke?size=60l&color=red (anderer Parameter-Order)
  • /collections/rucksacke?color=red&color=blue&size=60l (mehrere Filter)

Das führt zu Crawl-Duplikaten und schwachen Rankings.

Lösungen:

Option 1: Wichtigste Filter-Kombinationen als eigene Collections

/collections/rucksacke-rot
/collections/rucksacke-60l
/collections/rucksacke-rot-60l

Vorteil: Sprechbare URLs, bessere Rankings Nachteil: Manuelle Verwaltung

Option 2: Dynamische Parameter mit Canonical Tags

<link rel="canonical" href="{{ collection.url }}" />

Das sagt Google: "Die echte URL ist /collections/rucksacke, ignoriere die Filter-Parameter."

Problem damit: Filter sind dann aus SEO-Sicht "unsichtbar". Nutzer können filtern, aber Google sieht nicht, dass es "rote Rucksäcke" gibt.

Option 3: Hybrid-Ansatz (empfohlen)

  1. Haupt-Collections ohne Parameter (/collections/rucksacke) – rankbare, sprechbare URLs
  2. Sub-Collections für wichtigste Filter (/collections/rucksacke-rot-60l) – auch rankbar
  3. Parameter-Filter (mit rel="canonical") – User Experience, aber nicht für Google
{% if request.page_type == 'collection' %}
  <!-- Wenn eine sprechbare Sub-Collection, kein Canonical -->

  <!-- Wenn Nutzer Filter anwendet, Canonical zur Haupt-Collection -->
  {% if request.query_string %}
    <link rel="canonical" href="{{ collection.url }}" />
  {% endif %}
{% endif %}

4. Pagination richtig handhaben

Wenn eine Collection > 50 Produkte hat, teilt Shopify in Seiten auf:

/collections/rucksacke?page=1
/collections/rucksacke?page=2
/collections/rucksacke?page=3

Google sieht mehrere Versionen der "gleichen" Seite. Das ist ein Problem.

Lösungen:

Option 1: Rel="next"/rel="prev" Tags

{% if paginate.next %}
  <link rel="next" href="{{ paginate.next.url }}" />
{% endif %}
{% if paginate.previous %}
  <link rel="prev" href="{{ paginate.previous.url }}" />
{% endif %}

Das sagt Google: "Das ist eine Sequenz von Seiten, crawle alle."

Option 2: rel="canonical" auf Seite 1

{% if paginate.next %}
  <!-- Wir sind auf Seite 1+, canonicalise zur Seite 1 -->
  <link rel="canonical" href="{{ collection.url }}?page=1" />
{% else %}
  <!-- Wir sind auf der letzten/einzigen Seite -->
  <link rel="canonical" href="{{ collection.url }}" />
{% endif %}

Das konzentriert Link-Juice auf Seite 1.

Unsere Empfehlung: Nutze rel="next" und rel="prev". Google crawlt alle Seiten und indexiert auch Seite 2, 3 etc. – das ist okay, wenn die Inhalte sich unterscheiden.

5. Canonical Tags auf gefilterten Views

Wenn dein Nutzer auf /collections/rucksacke?sort=price_asc filtert, solltest du canonicalize:

{% if request.query_string %}
  <!-- Nutzer hat sortiert oder gefiltert -->
  <link rel="canonical" href="{{ collection.url }}" />
{% else %}
  <!-- Standard-View, keine Filter -->
  <link rel="canonical" href="{{ collection.url }}" />
{% endif %}

Das ist eine defensive Maßnahme gegen Duplikate.

6. Collection Pages und Bekateq's Beispiel

Unser Case Study Bekateq zeigt, wie mächtig Collections sein können.

Bekateq hat 24 Custom Collection Templates für verschiedene Produktkategorien gebaut – jede mit:

  • Eindeutiger Beschreibung
  • Custom Meta-Tags
  • Tailored Internal Links
  • Spezifischem Schema Markup

Das Resultat: Präzise Optimierung für jede Kategorie ohne Duplikate.

Die Struktur war:

/collections/rucksacke (Master Template)
/collections/rucksacke-kinder (Custom Template A)
/collections/rucksacke-damen (Custom Template B)
/collections/rucksacke-herren (Custom Template C)
...

Jedes Template hatte einzigartige Copy, optimierte Bilder und relevante FAQ-Sektionen.

Das ist nicht einfach zu machen, aber es lohnt sich.

7. Collection-Seiten und Schema Markup

Nutze CollectionPage und Product Schema Markup:

{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "CollectionPage",
  "name": "Outdoor Rucksäcke",
  "description": "Hochwertige Rucksäcke für Wandern und Trekking",
  "mainEntity": [
    {
      "@type": "Product",
      "name": "60L Outdoor Rucksack",
      "url": "https://shop.de/products/rucksack-60l",
      "image": "...",
      "offers": {
        "@type": "Offer",
        "price": "129.99",
        "priceCurrency": "EUR"
      }
    }
  ]
}

Das hilft Google, deine Collection als "Listing Page" zu verstehen – nicht nur als Content.

8. Internal Linking von Collections

Collections sollten untereinander verlinkt sein:

<!-- Auf Collection Rucksäcke -->
<p>Auch interessant: <a href="/collections/zelte">Zelte</a> oder
<a href="/collections/wanderschuhe">Wanderschuhe</a></p>

<!-- Sub-Collections verlinken -->
<section class="collection-filter">
  <h3>Nach Größe filtern:</h3>
  <ul>
    <li><a href="/collections/rucksacke-30l">30L Day Packs</a></li>
    <li><a href="/collections/rucksacke-60l">60L Trekking Rucksäcke</a></li>
  </ul>
</section>

Das verteilt Link-Juice und zeigt Google, wie deine Kategorien zusammenhängen.

9. Title Tags und Meta-Descriptions für Collections

Nutze Liquid-Variablen:

<title>{{ collection.title }} | {{ shop.name }}</title>
<meta name="description"
      content="{{ collection.description | strip_html | truncatewords: 20 }}">

Das ist oft zu generisch. Besser: Custom Metafields

In Shopify:

  1. Settings > Custom Data > Collections
  2. Erstelle "meta_title" und "meta_description" Felder
  3. Nutze sie im Theme:
<title>{{ collection.metafields.custom.meta_title | default: collection.title }}</title>
<meta name="description"
      content="{{ collection.metafields.custom.meta_description | default: collection.description }}">

Beispiel-Werte:

  • Title: "Outdoor Rucksäcke 50-70L | Wasserdicht | smplx."
  • Description: "Hochwertige Rucksäcke für Trekking & mehrtägige Abenteuer. Jetzt versandkostenfrei ab 50€."

10. Häufige Collection SEO-Fehler

Fehler 1: Leere oder duplizierte Descriptions

Viele Shops kopieren die gleiche Beschreibung in mehrere Collections. Google erkennt Duplikate.

Lösung: Einzigartige, sprechbare Beschreibung für jede Collection.

Fehler 2: Filter führen zu crawl explosion

Zu viele Filter-Parameter-Kombinationen führen zu 1000en von URLs.

Lösung: Wichtigste Filter als eigene Collections, Rest mit Canonical Tags.

Fehler 3: Keine Sub-Collections

Alles in einer Collection = flache Struktur = schlechter für SEO und UX.

Lösung: Hierarchische Struktur mit Haupt- und Sub-Collections.

Collections stehen allein, ohne Link zu verwandten Collections.

Lösung: Cross-Linking zwischen verwandten Collections.

Fehler 5: Pagination nicht konfiguriert

Seite 2, 3 etc. sind nicht verlinkt oder werden nicht gecrawlt.

Lösung: Rel="next"/rel="prev" Tags implementieren.

Collection SEO Checklist

  • Eindeutige, 200-400 Wörter lange Description
  • Primäres Keyword in den ersten 100 Zeichen
  • Custom Meta-Title und Meta-Description (nicht default)
  • 5+ Sub-Collections für Kategorisierung
  • Wichtigste Filter als eigene Collections
  • Andere Filter mit Canonical Tags
  • Rel="next"/rel="prev" für Pagination
  • Internal Links zu verwandten Collections
  • Collection/Product Schema Markup
  • Alt-Texte auf Collection-Bildern

Zusammenfassung

Collection Pages sind die am meisten unterschätzten SEO-Assets in Shopify-Shops. Mit der richtigen Optimierung:

  • Rankest du auf breitere, häufiger gesuchte Keywords
  • Hast du weniger Konkurrenz als bei einzelnen Produktseiten
  • Schaffst du bessere interne Linkstrukturen
  • Verbesserst du User Experience und damit Conversions

Eine gut strukturierte Collection-Strategie ist das Fundament eines erfolgreichen SEO-Shops.


Claudio Gerlich ist Gründer von smplx. und technischer Shopify-Partner seit 2020. Aus Coesfeld, NRW, unterstützen wir Shops bei SEO, Performance und technischen Optimierungen. Über 50+ erfolgreiche Implementierungen – von B2C bis B2B.