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Shopify SEO

Keyword-Recherche für Shopify: So findest du die richtigen Suchbegriffe [2026]

Claudio Gerlich··12 min

Keyword-Recherche ist das Fundament jeder erfolgreichen SEO-Strategie – und bei Shopify-Shops ist sie oft völlig anders als bei klassischen Websites. Warum? Weil deine Besucher mit einer anderen Absicht kommen. Sie suchen nicht nur nach Informationen. Sie suchen nach Produkten, Lösungen und der Möglichkeit zu kaufen.

In diesem Guide zeigen wir dir, wie wir bei smplx. Keyword-Recherche für E-Commerce angehen – basierend auf Jahren von Erfahrung mit Shops wie J.Clay und anderen Kunden.

Warum Keyword-Recherche bei Shopify anders ist

Ein klassisches Blog zielt darauf ab, informationelle Fragen zu beantworten. Ein Shopify-Shop muss gleichzeitig informieren und verkaufen.

Das bedeutet:

  • Transaktionale Keywords haben höhere Priorität (z.B. "rucksack kaufen" vs. "wie wähle ich einen rucksack")
  • Suchintention muss genauer analysiert werden – nicht jeder Klick wird zum Kauf führen
  • Long-Tail Keywords sind oft effizienter, weil sie weniger Konkurrenz haben
  • Nutzer erwarten unmittelbare Relevanz – nicht fünf Artikel zum Lesen

Ein klassisches Beispiel aus unserer Arbeit: Ein Shop für Outdoor-Ausrüstung könnte theoretisch auf "wanderschuh ratgeber" optimieren. Aber "wanderschuh größe berechnen" könnte tatsächlich qualitativ bessere Leads bringen, weil der Nutzer bereits eine Kaufabsicht signalisiert.

Die vier Suchintentionen verstehen

Google unterscheidet zwischen vier Typen von Suchintention. Für Shopify musst du alle vier berücksichtigen:

1. Transaktional (Kaufabsicht)

Der Nutzer möchte kaufen.

  • Beispiele: "laptop kaufen", "gaming monitor 144hz", "nachhaltige kaffeemaschine"
  • Für Shopify: Höchste Priorität. Diese Keywords gehören auf Produktseiten und Landing Pages.
  • Suchvolumen: Oft mittel bis niedrig, aber hohe Conversion-Rate.

2. Kommerziell (Bewertungs- und Vergleichsabsicht)

Der Nutzer ist bereit zu kaufen, aber will sich zuerst informieren.

  • Beispiele: "beste wireless kopfhörer 2026", "macbook pro vs macbook air", "rennrad rahmen vergleich"
  • Für Shopify: Blog-Inhalte, Vergleichstabellen und Guides. Diese ziehen Traffic und bauen Autorität auf.
  • Suchvolumen: Oft höher als transaktionale Keywords.

3. Informational (Lern- und Forschungsabsicht)

Der Nutzer recherchiert, kauft aber vielleicht noch nicht.

  • Beispiele: "wie wähle ich die richtige fahrradgröße", "welche kaffeebohne schmeckt am besten"
  • Für Shopify: Content Hubs und Ratgeber-Artikel. Sie bauen Vertrauen und Position dich als Experte.
  • Suchvolumen: Oft am höchsten.

4. Navigational

Der Nutzer sucht nach einer bestimmten Marke oder Website.

  • Beispiele: "smplx. shopify partner", "patagonia website"
  • Für Shopify: Niedrige Priorität, außer deine Marke hat bereits Erkennungswert.

Der Fehler, den viele Shops machen: Sie optimieren nur auf transaktionale Keywords und vergessen die kommerziellen und informativen. Das ist ein großer Fehler. Die besten Shops nutzen alle drei kombiniert.

Die richtige Keyword-Recherche durchführen

Phase 1: Brainstorm und Seed-Keywords

Bevor du ein Tool öffnest, denk wie dein Kunde:

  • Welche Probleme löst dein Produkt?
  • Wie würde eine Person danach suchen, die dein Produkt nicht kennt?
  • Welche Begriffe benutzen deine Konkurrenten?
  • Welche Fragen stellen Kunden in deinem Support-Chat?

Notiere 20-30 Seed-Keywords. Diese sind der Ausgangspunkt für alles Weitere.

Phase 2: Google Keyword Planner (kostenlos)

Google Keyword Planner ist oft unterschätzt. Es ist kostenlos und zeigt dir das echte Suchvolumen:

  1. Gehe zu Google Ads Keyword Planner
  2. Wähle "Keyword-Ideen abrufen"
  3. Gib deine Seed-Keywords ein
  4. Sortiere nach: Suchvolumen (absteigend) → Durchschnittlichen Angebotspreis (aufsteigend) → Wettbewerb

Wichtig für Shopify: Achte auf den durchschnittlichen Angebotspreis (CPC). Keywords mit hohem CPC zeigen, dass Advertiser Geld verdienen – das ist ein gutes Zeichen für Transaktionsabsicht.

Phase 3: Ahrefs oder SE Ranking (kostenpflichtig, aber essentiell)

Wenn du es ernst meinst, brauchst du ein Premium-Tool:

  • Ahrefs: Beste für Konkurrenz-Analyse und Backlink-Recherche
  • SE Ranking: Günstiger, aber mit exzellenten Keyword-Metriken
  • Semrush: Auch gut, aber teurer

Mit diesen Tools kannst du sehen:

  • Keyword Difficulty (KD) – wie schwierig ist es zu ranken?
  • Search Volume – wie viele Menschen suchen danach?
  • Cost Per Click (CPC) – wie wertvoll ist das Keyword?
  • SERP Features – zeigt Google Rich Snippets, Ads, People Also Ask etc.?

Praktischer Tipp: Bei Shopify solltest du nach Keywords mit KD 10-30 suchen, wenn du neu bist. Diese sind realistisch zu ranken, haben aber noch gutes Suchvolumen.

Phase 4: Answer the Public (kostenloses Insight-Tool)

Answer the Public zeigt dir echte Fragen, die Menschen stellen:

  • "Welcher laptop ist am besten für videobearbeitung?"
  • "Wie viel kostet ein gaming pc 2026?"
  • "Sind AirPods Pro wasserdicht?"

Diese Fragen sind Gold für Blog-Inhalte und FAQ-Abschnitte auf deinen Produktseiten.

Keywords auf Shopify-Seitentypen mappen

Das ist ein kritischer Schritt, den viele Shops nicht richtig machen:

Produktseiten

  • Keywords: Transaktional + branded (z.B. "rucksack 60l", "merrell wanderschuh herren")
  • Strategie: 1 Keyword pro Produkt, keine Keyword-Stuffing
  • Struktur: Produktname in H1, primäres Keyword in Meta-Title und Meta-Description

Kollektionen (Category Pages)

  • Keywords: Transaktional + kommerziell (z.B. "herrenschuhe", "wasserdichte rucksäcke")
  • Strategie: Breiter, 3-5 Keywords pro Kollektion
  • Struktur: Unique Beschreibung mit Keyword in den ersten 100 Zeichen

Blog-Artikel (Content Hub)

  • Keywords: Informational + kommerziell (z.B. "wie wähle ich die richtige schuhgröße", "die 5 besten wanderschuhe 2026")
  • Strategie: Ein primäres, 5-10 sekundäre Keywords
  • Struktur: H1 mit Keyword, mehrere H2/H3 mit verwandten Keywords

Long-Tail vs. Head Keywords

Viele Shops denken, dass es nur um große Keywords geht. Das ist falsch.

Head Keywords (1-2 Wörter):

  • Beispiel: "laptop", "schuhe"
  • Suchvolumen: Sehr hoch (10.000+)
  • Difficulty: Sehr schwierig
  • Conversion: Niedrig

Long-Tail Keywords (3+ Wörter):

  • Beispiel: "gaming laptop für videobearbeitung", "wasserdichte wanderschuhe herren"
  • Suchvolumen: Niedrig bis mittel (100-1000)
  • Difficulty: Niedrig bis mittel
  • Conversion: Hoch

Unsere Empfehlung: Bei Shopify solltest du 80% Long-Tail, 20% Head Keywords anvisieren. Long-Tail-Keywords kosten weniger Aufwand, ranken schneller und konvertieren besser.

Ein schönes Beispiel: J.Clay konnte mit Long-Tail-Fokussierung ihre Revenue um 107% steigern. Warum? Weil sie nicht gegen große Konkurrenten kämpften, sondern spezifische Kundenbedürfnisse adressierten.

Praktische Recherche-Workflow für Shopify

Das ist unser bewährter Prozess:

  1. Seed-Keywords brainstormen (30 Minuten)
  2. Google Keyword Planner mit Seed-Keywords durchlaufen (1 Stunde)
  3. Ahrefs/SE Ranking: Top 100 Keywords nach Opportunity-Score sortieren (2 Stunden)
  4. Answer the Public: Die Top 20 Keywords durchlaufen und Fragen sammeln (1 Stunde)
  5. Konkurrenten-Analyse: Top 3 Konkurrenten durchsuchen und deren Keywords notieren (2 Stunden)
  6. Mapping: Keywords auf Seitentypen verteilen (1 Stunde)
  7. Priorisierung: Nach Potential (Volume × CPC ÷ Difficulty) sortieren (30 Minuten)

Zeitaufwand: 7-8 Stunden für einen mittleren Shop. Aber das ist einmalig. Danach brauchst du nur noch Wartung und monatliche Updates.

Keywords monitoren

Die Recherche endet nicht. Monatlich solltest du überprüfen:

  • Ranking-Positionen: Mit Google Search Console oder Ahrefs
  • Traffic: Welche Keywords senden tatsächlich Besucher?
  • Conversions: Welche Keywords generieren Verkäufe?
  • Neue Opportunities: Neue Keywords, die auftauchen

Tools dafür:

  • Google Search Console (kostenlos, ausreichend)
  • Ahrefs Rank Tracker (Premium)
  • SE Ranking (günstiger)

Häufige Fehler bei Shopify-Keyword-Recherche

  1. Nur Konkurrenten kopieren: Deine Konkurrenten müssen nicht recht haben. Recherchiere original.
  2. Keywords stuffing: "Schuhe kaufen in Berlin, Schuhe Berlin, Berlin Schuhe..." Nein. Google hasst das.
  3. Zu viele Keywords pro Seite: Eine Produktseite, ein Keyword. Eine Kollektion, 3-5 Keywords max.
  4. Ohne Suchintention: Nur das Suchvolumen anschauen ist falsch. Suchintention ist wichtiger.
  5. Zero Konkurrenz-Analyse: Schau dir an, wer bereits rankt. Das zeigt die Realität.

Das Zusammenspiel mit technischer SEO

Keyword-Recherche ist nur die Hälfte. Die andere Hälfte ist die technische Implementierung:

  • Sind deine URLs sprechend? (/products/merrell-wanderschuh vs. /p/12345)
  • Ist deine Meta-Title/Description optimiert?
  • Sind deine Produktbilder alt-text optimiert?
  • Ist deine Struktur mit Schema Markup versehen?

In unserem On-Page SEO Guide zeigen wir dir die technische Umsetzung.

Fazit: Smarte Keyword-Recherche schlägt große Budgets

Mit den richtigen Keywords, den richtigen Tools und einem strukturierten Prozess kannst du deinen Shopify-Shop langfristig aufbauen – ohne riesige PPC-Budgets.

Die beste Zeit zum Starten war vor 6 Monaten. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.


Claudio Gerlich ist Gründer von smplx. und technischer Shopify-Partner seit 2020. Aus Coesfeld, NRW, unterstützen wir Shops bei SEO, Performance und technischen Optimierungen. Über 50+ erfolgreiche Implementierungen – von B2C bis B2B.